Kinderchirurgie in Celle – HNO-Operationen bei Kindern

Besser hören, freier atmen, ruhiger schlafen: Wenn vergrößerte Mandeln oder Flüssigkeit im Mittelohr Beschwerden verursachen, beraten wir Sie zu den passenden Behandlungsmöglichkeiten für Ihr Kind.

Die operative Behandlung von HNO-Erkrankungen bei Kindern ist ein Schwerpunkt unserer Praxis in Celle. Dazu gehören die Entfernung der Rachenmandel, die Einlage von Paukenröhrchen und die Verkleinerung der Gaumenmandeln mit dem Laser. Gemeinsam mit Ihnen entscheiden wir, welche Maßnahmen erforderlich sind.

Drei Behandlungsmöglichkeiten im Überblick

Nicht jedes Kind benötigt alle Eingriffe. Maßgeblich sind die Beschwerden, der Untersuchungsbefund und die Auswirkungen auf Atmung, Schlaf und Hören.

01 · Adenotomie allein

Die vergrößerte Rachenmandel hinter der Nase wird entfernt. Das kann die dadurch behinderte Nasenatmung erleichtern.

02 · Adenotomie mit Paukenröhrchen

Bei zusätzlichem Paukenerguss mit Hörminderung können Rachenmandelentfernung und Mittelohrbelüftung kombiniert werden.

03 · Laser-Tonsillotomie, Adenotomie und Paukenröhrchen

Bei entsprechender Indikation lassen sich Gaumenmandelverkleinerung, Rachenmandelentfernung und Paukenröhrchen in einer Narkose verbinden.

Was ist bei meinem Kind vergrößert?

Die Rachenmandel liegt hinter der Nase und wird umgangssprachlich oft „Polypen“ genannt. Die beiden Gaumenmandeln liegen rechts und links im Rachen. Ein Paukenerguss ist Flüssigkeit hinter dem Trommelfell und nicht automatisch eine akute Mittelohrentzündung.

Polypchenentfernung (Adenotomie) – Entfernung der Rachenmandel

Die Rachenmandel liegt im Nasenrachen hinter der Nase. Ist sie stark vergrößert, kann sie die Nasenatmung behindern. Kinder atmen dann häufig durch den Mund, schnarchen oder schlafen unruhig. Auch die Belüftung des Mittelohres kann beeinträchtigt sein. Umgangssprachlich wird das vergrößerte Gewebe oft „Polypen“ oder „Polypchen“ genannt. Gemeint ist die Rachenmandel; Nasenpolypen sind etwas anderes.

Wie läuft der Eingriff ab? Bei der Adenotomie wird das störende Rachenmandelgewebe durch den Mund entfernt. Ein äußerer Hautschnitt ist nicht erforderlich. Die beiden seitlich im Rachen liegenden Gaumenmandeln werden dabei nicht entfernt. Der Eingriff erfolgt bei Kindern in Vollnarkose.

Was ist das Ziel? Mehr Platz im Nasenrachen kann die durch die Rachenmandel verursachte Behinderung der Nasenatmung lindern. Ob eine Operation sinnvoll ist, entscheiden wir anhand der Beschwerden und Untersuchungsbefunde; bei leichten Beschwerden kann zunächst eine Verlaufskontrolle ausreichen. Nach dem Eingriff sind vorübergehende Beschwerden möglich, selten wächst Rachenmandelgewebe erneut nach.

Adenotomie: vorher und nach Abheilung

Abbildung öffnen: Vergrößerte Rachenmandel und freierer Nasenrachen nach Adenotomie · Schematische Illustration; rechts jeweils nach Abheilung.

Paukenröhrcheneinlage – das Mittelohr wieder belüften

Bei einem Paukenerguss sammelt sich Flüssigkeit hinter dem Trommelfell. Dadurch kann das Trommelfell schlechter schwingen und das Hören gedämpft sein. Manche Kinder fragen häufig nach, stellen den Fernseher lauter oder wirken unaufmerksam. Ob tatsächlich ein Erguss und eine Hörminderung vorliegen, klären wir mit Ohruntersuchung, altersgerechtem Hörtest und einer Messung der Trommelfellbeweglichkeit.

Wie läuft der Eingriff ab? Über den Gehörgang wird ein kleiner Schnitt im Trommelfell angelegt und vorhandene Flüssigkeit abgesaugt. Anschließend wird ein kleines Paukenröhrchen in diese Öffnung eingesetzt. Es hält den Zugang offen, damit Luft in das Mittelohr gelangen kann. Je nach Befund wird ein Ohr oder werden beide Ohren behandelt. Bei Kindern erfolgt dies in der Regel in Vollnarkose.

Was ist das Ziel? Die Belüftung soll verbessert und eine durch den Erguss verursachte Hörminderung verringert werden. Nicht jeder Paukenerguss muss operiert werden: Dauer, Ausmaß, Hörbefund und Belastung des Kindes bestimmen die Behandlung. Die Einlage kann bei entsprechender Indikation mit einer Adenotomie kombiniert werden.

Paukenröhrchen: vorher und nach Abheilung

Abbildung öffnen: Paukenerguss und belüftetes Mittelohr mit Paukenröhrchen · Schematische Illustration; rechts jeweils nach Abheilung.


Das Röhrchen sitzt durch die Öffnung im Trommelfell: Ein Halteflansch liegt in der Paukenhöhle, der andere im Gehörgang. Übliche Röhrchen werden nach Monaten von selbst abgestoßen. Kontrollen bleiben erforderlich; gelegentlich muss ein Röhrchen ärztlich entfernt werden.

Tonsillotomie (Mandelverkleinerung) – Verkleinerung der Gaumenmandeln mit dem Laser

Die Gaumenmandeln liegen rechts und links im Rachen. Sind sie stark vergrößert, können sie den Atemweg einengen und Schlucken oder Schlafen erschweren. Lautes Schnarchen und beobachtete Atempausen sollten gezielt abgeklärt werden. Entscheidend sind die Beschwerden und ihre Ursache, nicht die Mandelgröße allein.

Wie läuft der Eingriff ab? Bei der Tonsillotomie werden die in den Rachen ragenden Mandelanteile verkleinert. In unserer Praxis erfolgt die Verkleinerung mit dem Laser. Ein Teil des Mandelgewebes bleibt erhalten. Die Tonsillotomie ist damit eine Teilentfernung; bei der Tonsillektomie werden die Gaumenmandeln vollständig entfernt.

Was ist das Ziel? Mehr Platz im Rachen kann die Atmung und das Schlucken erleichtern und mandelbedingte Schlafprobleme bessern. Im Vergleich zur vollständigen Entfernung ist die Teilentfernung häufig mit weniger Schmerzen und einem geringeren Nachblutungsrisiko verbunden. Sie bleibt jedoch ein operativer Eingriff mit Risiken. Restgewebe kann sich erneut vergrößern oder entzünden; der individuelle Verlauf lässt sich nicht garantieren.

Laser-Tonsillotomie: vorher und nach Abheilung

Abbildung öffnen: Vergrößerte Gaumenmandeln und verbleibendes Mandelgewebe nach Tonsillotomie · Schematische Illustration; rechts jeweils nach Abheilung.


Die Abbildung zeigt das Prinzip der Verkleinerung. Sie stellt keinen garantierten individuellen Behandlungserfolg dar. Mandelgewebe kann erneut wachsen; Beschwerden können auch andere Ursachen haben.

Tonsillotomie und Adenotomie – wann kombinieren?

Sind sowohl die Gaumenmandeln als auch die Rachenmandel vergrößert und für die Beschwerden verantwortlich, können beide Bereiche in derselben Narkose behandelt werden: Die Gaumenmandeln werden verkleinert, die Rachenmandel wird entfernt. Besteht zusätzlich ein behandlungsbedürftiger Paukenerguss, können Paukenröhrchen hinzukommen. Jeder Teil des Eingriffs braucht eine eigene medizinische Begründung; nicht jedes Kind benötigt alle Maßnahmen.

Elterninformation: Entscheidung, Ablauf und Nachsorge

Wann ist eine Operation sinnvoll – und welche Alternativen gibt es?

Wir untersuchen Nase, Rachen und Ohren. Bei Hörproblemen ergänzen wir altersgerechte Hörtests und eine Messung der Trommelfellbeweglichkeit. Atempausen im Schlaf müssen gezielt abgeklärt werden. Bei leichten Beschwerden können Verlaufskontrollen ausreichen. Bei Paukenerguss kommen je nach Alter und Befund auch ein angeleiteter Nasenballon oder Hörhilfen infrage. Eine Operation wird nicht allein wegen großer Mandeln empfohlen.

Wie läuft die Behandlung ab?

Bei Kindern erfolgen diese Eingriffe in der Regel in Vollnarkose. Notwendige Maßnahmen lassen sich kombinieren. Ob eine ambulante Behandlung oder stationäre Überwachung geeignet ist, richtet sich unter anderem nach Alter, Vorerkrankungen, Atemstörungen im Schlaf und Betreuung zu Hause. Vor dem Eingriff besprechen wir Nutzen, Alternativen und Risiken; das Anästhesieteam erläutert die Narkose.

Bitte teilen Sie Medikamente, Allergien, Blutungsneigung, lockere Zähne und aktuelle Infekte mit. Halten Sie die individuellen Nüchternheitsregeln genau ein.

Welche Risiken bestehen?

Möglich sind Schmerzen, Schluckbeschwerden, Übelkeit, Infektionen und Nachblutungen sowie allgemeine Operations- und Narkoserisiken. Nach Adenotomie können selten anhaltende Veränderungen von Stimme oder Gaumenverschluss auftreten. Bei der Tonsillotomie bleibt Gewebe zurück, das sich entzünden oder erneut vergrößern kann. Auch beim Laserverfahren sind Blutungen und thermische Gewebeschäden möglich.

Bei Paukenröhrchen können Ohrfluss, Verstopfung, vorzeitige Abstoßung oder Trommelfellveränderungen auftreten. Selten bleibt eine Öffnung bestehen, die verschlossen werden muss. Ein Erguss kann wiederkehren. Persönliche Risiken und Erfolgsaussichten besprechen wir im Aufklärungsgespräch.

Was ist nach der Operation wichtig?

Ausreichend trinken, Schmerzmittel nach dem vereinbarten Plan geben und körperliche Schonung einhalten. Nach der Narkose ist eine zuverlässige erwachsene Betreuung erforderlich. Die Dauer der Pause von Kita, Schule, Sport und Toben sowie Regeln zum Baden und Schwimmen erhalten Sie vom Operationsteam.

Nachkontrollen und bei Paukenröhrchen eine Hörkontrolle überprüfen die Heilung. Bei unzureichendem Trinken, zunehmenden Schmerzen, anhaltendem Fieber oder eitrigem Ohrfluss bitte zeitnah ärztlichen Rat einholen.

Nachblutung oder Atemnot: sofort handeln

Bei frischem Blut aus Mund oder Nase, Bluterbrechen, Verdacht auf Nachblutung oder Atemnot sofort 112 rufen. Auch eine bereits gestoppte Blutung muss unverzüglich ärztlich beurteilt werden. Häufiges Schlucken und Blässe können auf verschlucktes Blut hinweisen. Bei Blutungsverdacht nichts essen oder trinken lassen und das Kind nicht allein lassen.

Wir beraten Sie und Ihr Kind persönlich

Ihr Kind schnarcht stark, zeigt Atempausen oder hört schlechter? Vereinbaren Sie einen Untersuchungstermin in unserer HNO-Praxis in Celle. Telefon: 05141 6364


Diese Informationen ergänzen das persönliche ärztliche Aufklärungsgespräch. Sie ersetzen weder die individuelle Untersuchung noch die Einwilligung in einen Eingriff.

Weiterführende Informationen

IQWiG: Operation bei vergrößerten GaumenmandelnNHS: AdenotomieNICE NG233: Paukenerguss bei Kindern


Stand: 23. Oktober 2026



Dr. med. Stephen Dinh
Hafenstraße 2a · 29223 Celle · Tel. 05141 6364